50 bis 60 Zentimeter: diese Spanne steht in fast jedem Ratgeber. Als Planungswert taugt sie nicht, denn sie beschreibt nur, was in vielen Küchen zufällig herauskommt. Die Höhe Ihrer Küchenrückwand ergibt sich aus Ihrer Küche, und zwar aus drei Maßen, die Sie in zehn Minuten selbst abnehmen.
Warum es keine Standardhöhe für die Küchenrückwand gibt
Die Höhe einer Küchenrückwand ist keine eigene Größe, sondern eine Differenz: der Abstand zwischen der Oberkante der Arbeitsplatte und der Unterkante der Oberschränke. Beide Werte sind nicht genormt. Die Arbeitsplatte wird nach Körpergröße geplant, die Hängeschränke nach Raumhöhe und Küchensystem. Was dazwischen übrig bleibt, fällt entsprechend unterschiedlich aus. Die oft zitierten 50 bis 60 Zentimeter beschreiben deshalb eine Häufung, keine Vorgabe.
Praktisch heißt das: Es gibt kein Standardformat, das in Ihre Nische passt, sondern nur Ihr Maß. Deshalb wird jede Küchenrückwand nach Maß gefertigt. Welche Begriffe dabei auf dieselbe Fläche verweisen, klärt unser Beitrag zu Nischenrückwand und Küchenspiegel.
Die drei Maße, aus denen sich die Höhe ergibt
Der erste Wert ist die Oberkante der Arbeitsplatte: Messen Sie auf der Platte, nicht auf dem Sockel oder dem Boden, und zwar dort, wo die Rückwand später aufsitzt. Der zweite ist die Unterkante der Oberschränke, und gemeint ist deren tatsächlich tiefster Punkt: Lichtleiste, Blende oder Griffmulde, falls vorhanden, nicht der Schrankkorpus. Alles, was darunter vorsteht, begrenzt die Scheibe.
Drittens bilden Sie die Differenz, und zwar links, mittig und rechts. Weichen die Werte voneinander ab, zählt der kleinste, sonst passt die Scheibe an keiner Stelle sauber. Ziehen Sie zum Schluss zwei Millimeter ab, damit sie sich spannungsfrei einsetzen lässt. Mehr als diese drei Werte brauchen Sie für die Höhe nicht.
Dunstabzug, Fenster, offene Wand: Drei Sonderfälle
- Die Dunstabzugshaube: Sie hängt tiefer als die Oberschränke, also endet die Rückwand über dem Kochfeld an ihrer Unterkante. Wie groß der Abstand zwischen Kochfeld und Haube sein muss, gibt der Hersteller der Haube vor, und bei Gaskochfeldern liegt er höher als bei Elektro- oder Induktionsfeldern. Nehmen Sie diesen Wert aus der Montageanleitung, nicht aus einer Faustregel.
- Fenster und Fensterbank: Eine Fensterbank in der Nische begrenzt die Höhe genauso wie ein Oberschrank, nur unregelmäßiger. Hier lohnt es sich, jeden Abschnitt einzeln zu messen statt ein Maß über die ganze Breite zu nehmen.
- Keine Oberschränke: Fällt die Obergrenze ganz weg, wird die Höhe zur Gestaltungsfrage: bis zur Unterkante von Regalen oder durchgehend bis zur Decke. Dann wird allerdings die Breite zum kritischen Maß, weil große Flächen eher geteilt werden.
Soll nur die Zone hinter dem Kochfeld geschützt werden, löst ein Spritzschutz in Teilhöhe das Problem, ohne die ganze Nische zu verkleiden.
So hoch wie der alte Fliesenspiegel?
Nicht automatisch. Ein Fliesenspiegel endet dort, wo eine Fliesenreihe zu Ende ist, nicht dort, wo die Oberschränke beginnen. Oft bleibt darunter oder darüber ein Streifen Wand. Gemessen wird deshalb der tatsächlich sichtbare Bereich, nicht die oberste Fliesenkante. Häufig fällt die Glasrückwand dadurch höher aus als der alte Spiegel, weil sie fugenlos bis unter die Schränke laufen kann. Soll das Glas über die alten Fliesen gesetzt werden, beachten Sie zusätzlich die Aufbauhöhe, wie im Beitrag zum Fliesenspiegel verkleiden beschrieben.
Fazit
Arbeitsplatte und Unterkante der Oberschränke an mehreren Stellen messen, Differenz bilden, kleinsten Wert nehmen und zwei Millimeter abziehen. Prüfen, ob eine Dunstabzugshaube, eine Fensterbank oder eine Steckdosenleiste die Höhe an einer Stelle begrenzt und erst danach bestellen. Wie Sie dabei die Aussparungen angeben, steht im Beitrag zu Steckdosen und Aussparungen.







